Digital Detox Interview

Veröffentlicht von Digital Detoxing Team am

Digital Detox Interview

Digital Detox Interview

Lesedauer 6 Minuten

Unser Team ist froh, das erste Digital Detox Interview mit der Expertin und Autorin zu diesem Thema zu führen. Allgemeine Fragen zu dem Digital Detox Thema werden gestellt, künftige Probleme werden genannt, aber gleichzeitig werden auch Tipps verraten. Unser Team bedankt sich bei Dr. Daniela Otto und wünscht allen Lesern viel Spaß mit diesem kurzen Digital Detox Interview. 

"Wer ständig online ist, weil er Angst davor hat, was zu verpassen, verpasst am Ende nur das echte Leben."
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Dr. Daniela Otto
Digital Detox Expertin

Über Dr. Daniela Otto

Dr. Daniela Otto ist Expertin für Digital Detox. Sie studierte an der LMU München deutsche und englische Literaturwissenschaften und promovierte über das Thema „Vernetzung“. Ihr Buch „Digital Detox“ ist das erste deutschsprachige Werk zum Thema. Ihr neues Buch „Digital Detox für die Seele“ ist das erste Buch, das die Trends Digital Detox und Achtsamkeit vereint. 

Digital Detox Interview

1. Als Autorin zum Thema Digital Detox stellt man sich die Frage: Was ist
Digital Detox für Sie und warum beschäftigen Sie sich damit?
Digital Detox ist einer der wichtigsten Schlüssel zur seelischen Gesundheit im digitalen
Zeitalter. Digital Detox – auf Deutsch „digitale Entgiftung“ – bringt uns zum richtigen Maß
an online zurück. Denn erst die Dosis macht das Gift. Eine zu intensive
Smartphonenutzung macht nachweislich krank. Unachtsam und exzessiv genutzt,
verändern Handys unser Gehirn, so dass wir uns schlechter konzentrieren können und
unsere Aufmerksamkeitsfähigkeit verlieren. Sie machen uns weniger empathiefähig, so
dass es unserer Gesellschaft zusehends am Mitgefühl mangelt. Smartphones erhöhen
unser Stresslevel, das blaue Licht der Bildschirme verschlechtert unsere Augen und lässt
unsere Haut altern. Auf Social Media findet ein permanenter egozentrierter
Vergleichswettbewerb statt, der immer mehr Menschen unglücklich macht. Die
Depressionsraten steigen, insbesondere bei jungen Usern. Viele Frauen entwickeln die
sogenannte „Snapchat Dysmorphophobie“, also die Angst davor, entstellt zu sein – sie
finden sich nur noch mit Beauty-Filter schön. Digital Detox wirkt all dem entgegen und
zwar ganzheitlich. Digital Detox ist das vielleicht wichtigste Mindset innerhalb
dieser digitalisierten Welt, denn es schützt unsere Seele vor all den negativen digitalen
Einflüssen.
Als Expertin auf diesem Gebiet möchte ich Menschen dabei helfen, einen Weg aus dem
digitalen Labyrinth zu finden. Sich selbst wieder zu spüren. Nicht mehr auf tausend
Influencer, sondern die eigene Intuition zu hören.
 
 
2. Worin liegen die Schwierigkeiten in unserem Digitalen Konsum?
Vor allem in der Unachtsamkeit. Wir müssen ein Problembewusstsein dafür entwickeln,
dass Smartphones eine ernsthafte Gefahr darstellen. Für viele ist Handysucht immer noch
keine echte Sucht, sondern eine Art Spielerei. Das aber ist fatal. Wer nicht mehr vom
Handy loskommt, ist krank. Handysucht ist eine substanzunabhängige Sucht, bei der die
gleichen Mechanismen im Gehirn ablaufen wie bei jeder anderen Sucht auch. Dabei
betrifft Handysucht global immer mehr Menschen. Die ganze Welt hat ein kollektives
Suchtproblem.
 
 
3. Was bedeutet der digitale Verzicht für Sie und welche Tipps geben Sie
„Neulingen“?
Für mich ist Digital Detox so selbstverständlich wie Zähneputzen. Ein fester Bestandteil
meines Lebens. Ein ganz grundlegendes Bewusstsein. Es besteht aus vielen Ritualen, wie
offline in den Tag zu starten oder die Mittagspause ohne Handy zu verbringen. Vor allem
Beginnern würde ich genau das empfehlen: in kleinen Schritten digital zu entgiften. Wer
morgens zuerst sich selbst checkt anstatt sein Smartphone, wer abends drei Dinge, für
die er dankbar ist, in sein Tagebuch schreibt, anstatt noch was zu posten, wird schnell
den Unterschied spüren und präsenter werden. Darum geht es bei Digital Detox: Indem
wir das Handy weglegen, erobern wir das Hier und Jetzt zurück. Wer das Handy
ausschaltet, während er mit jemandem spricht und sich ganz auf sein Gegenüber einlässt,
wird diese transformative Kraft selbst unmittelbar erleben. Die Begegnungen werden
tiefer und wir dürfen wieder spüren, wie schön das ist. Wer das Wunder des Lebens
erkennen will, der darf die Welt nicht nur durch einen Bildschirm hindurch betrachten. Wir
müssen uns wieder ergreifen lassen, das Leben mit allen Sinnen spüren. Die Welt wurde
nicht als Selfie-Hintergrund erschaffen, sondern damit wir ihre Schönheit mit unseren
eigenen Augen wahrnehmen.
 

Digital Detox Interview

Ein Tagebuch kann schon helfen, um sich mehr mit sich selbst zu beschäftigen.

4. Wie sehen Sie die Entwicklung mit dem Umgang sozialer Medien?
Man kann eine sehr ungesunde Entwicklung beobachten und alle Studien belegen, dass
Social Media unglücklich macht. Sogar die Suizidalität nimmt deswegen zu. Es geht nur
noch um Likes, Follower und Klicks. Der Selbstwert aber darf nicht von solchen Zahlen
anhängen. Digital Detox erinnert uns daran, dass es nur Social Media, nicht das echte
Leben ist. Und dass wir gewollt und geliebt sind, egal, wie viele Likes oder Follower wir
haben. Digital Detox ruft uns die echten Werte ins Gedächtnis, das, worum es wirklich geht, was wirklich zählt. Wer ständig online ist, weil er Angst davor hat, was zu verpassen, verpasst am Ende nur das echte Leben.
 
 
5. Wie sieht Digital Detox für Sie aus und was würden Sie allen
Mitmenschen gerne mitgeben?
Überlegen Sie, wie viel Aufmerksamkeit Sie Ihrem Handy schenken.
Welch großen Raum es in Ihrem Bewusstsein einnimmt.
Wie viel Energie Sie hätten, wenn Sie diese nicht ständig mit Ihrem Smartphone
verschwenden würden.
Jetzt wenden Sie sich von Ihrem Handy ab und Ihrem Inneren zu.
Stellen Sie sich eine Frage: Sind Sie wirklich auf dieser Welt, um Ihr Leben am Handy zu
verbringen?
Und für alle, die den Sinn des Lebens suchen: Sie werden ihn nicht mit einer
Suchmaschine finden.
 
 
6. Wie sehen Sie die digitale Zukunft? Sind Sie dahingehend eher besorgt oder
sehen Sie die digitale Entwicklung gelassen entgegen?
Vernetzung ist DER Trend. Er wird nicht aufhören. Aber jeder Trend erzeugt einen
Gegentrend und so ist Digital Detox immer stärker gefragt. Je mehr Menschen ins Internet
streben, desto mehr sehnen sich zurück in den Wald. Ich baue auf die Hoffnung, dass
diese natürliche Gegenbewegung erstarkt und immer mehr Menschen spüren, dass nur
die achtsame Smartphonenutzung guttut. Digital Detox heißt ja nicht, dass man nicht
mehr online sein darf. Es bedeutet: Sei achtsam und bewusst online.
 
 
7. Sie sind die erste deutschsprachige Autorin mit dem Thema Digital
Detox, was verraten Sie in Ihrem Buch und warum sollte man dieses
Lesen?
Es ist das erste umfassende deutschsprachige Einstiegswerk zum Thema Digital Detox
und liefert gut verständlich alle wesentlichen wissenschaftliche Hintergründe: Warum
werden wir süchtig? Woher kommt unsere Sehnsucht nach Vernetzung? Was passiert in
unserem Gehirn, wenn wir online sind? Ich habe über das Thema Vernetzung meine
Doktorarbeit geschrieben und dieses Wissen findet sich auch in meinem Sachbuch
wieder. Vor allem bietet es zahlreiche praktische Tipps für alle Lebensbereiche – egal ob
für Job, Familie oder Beziehung – mit denen ein bewusster Medienkonsum möglich ist.
Wer das Buch liest, weiß danach, wie er dauerhaft ein entspanntes Leben trotz bzw. mit
Smartphone & Co. führen kann.
Und an dieser Stelle darf ich auch schon verraten: Im Herbst 2021 erscheint mein neues Buch zum Thema, „Digital Detox für die Seele„: Es ist das erste Buch, das die Trends Digital Detox und Achtsamkeit vereint.

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